Unsere Aufgaben

Die Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat zum 1. Januar 2018 die Zuständigkeit für rund 600 Großbetriebe bestimmter Betriebskategorien in ganz Bayern übernommen. Die Behörde ist für die Überwachung dieser Großbetriebe verantwortlich. Sie überwacht die Einhaltung der rechtlichen Bereiche Lebensmittelsicherheit und -hygiene, und bei bestimmten Betrieben auch Teile anderer Rechtsbereiche wie z.B. Tierarzneimittel, Tierschutz und Tierseuchen.

Die Behörde verfügt über ein interdisziplinäres Kontrollteam. Darin befinden sich gut ausgebildete Kontrolleurinnen und Kontrolleure aus verschiedenen Fachbereichen: Veterinäre, Lebensmittelchemiker, Agraringenieure, Lebensmittelüberwachungsbeamte und Veterinärassistenten.

Dadurch kann die Behörde ihre Kontrollteams flexibel so besetzen, dass sie für die jeweilige Kontrollaufgabe das erforderliche Spezialwissen mitbringen. Dabei kann es sich beispielsweise um Fragen branchenspezifischer Produktionsprozesse und -standards, um die Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen und fertigen Lebensmitteln oder um die Überprüfung des betriebseigenen Risikomanagements handeln.

In der Behörde arbeiten ausreichend Juristen, Vollzugsbeamte und Verwaltungspersonal, um einen schnellen und effektiven Vollzug zu gewährleisten, sollte ein Kontrollteam bei einer Betriebsprüfung Mängel feststellen.

Zudem wurden die veterinärmedizinische Grenzkontrollstelle am Flughafen München und die bisher am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ansässige Dachstelle Export eingegliedert.

Prozesskontrolle

Bei ihren Betriebsinspektionen überprüft die Kontrollbehörde den Prozess der Warenproduktion gemäß einheitlicher gesetzlicher Vorgaben. Hierzu zählen unter anderem:

  • Die Überprüfung der Betriebshygiene
  • Die Kontrolle der Einrichtung und Ausstattung eines Betriebs
  • Die Überprüfung der Dokumentation eines Betriebs sowie die des Systems der Rückverfolgbarkeit seiner Waren

Warenkontrolle

Neben der Kontrolle der Produktionsprozesse werden auch die Endprodukte durch stichprobenartige Untersuchungen überprüft. Damit soll zum Beispiel überprüft werden:

  • ob sich in einem Produkt keine unerwünschten oder sogar bedenklichen Rückstände befinden
  • ob ein Produkt mikrobiologisch einwandfrei, also beispielsweise frei von Zoonose-Erregern wie Salmonellen ist
  • ob ein Produkt keine unzulässigen oder nicht korrekt deklarierten Zusatzstoffe enthält
  • ob die Zusammensetzung eines Produkts den Angaben des Herstellers sowie den gesetzlichen Anforderungen entspricht
  • ob die Kennzeichnung des Produkts den gesetzlichen Anforderungen entspricht

Audits

Neben der Kontrolle der Betriebe führt die KBLV auch Evaluationen der betriebseigenen Risikomanagement-Konzepte durch. Im Rahmen sogenannter Audits prüft sie, ob die HACCP-Systeme der Großbetriebe plausibel sind. Bei HACCP handelt es sich um ein für Lebensmittelbetriebe verpflichtendes Konzept zur Gefahrenanalyse und zum betriebsinternen Risikomanagement. Mittels HACCP („Hazard Analysis and Critical Control Points“ – zu Deutsch etwa: Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte) werden durch den Betrieb mögliche Gefahren im Vorhinein identifiziert und Maßnahmen zur Gefahrenbeherrschung festgelegt. Dieses betriebseigene Konzept trägt dazu bei, die Sicherheit von Lebensmitteln von der Herstellung bis zum Verzehr vorbeugend zu gewährleisten. Ziel ist dabei beispielsweise, dass kein Lebensmittel, welches die festgelegten Grenzwerte für Belastungen mit Schadstoffen überschreitet, in den Konsumkreislauf gelangt.

 

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