Reisen mit Heimtieren

Bild Katze

Allgemein gelten als Heimtiere

  • Hunde
  • Hauskatzen
  • Frettchen
  • Vögel

die ihre Besitzer oder eine andere, ermächtigte Person begleiten und die nicht dazu bestimmt sind, Gegenstand eines Verkaufs oder einer Eigentumsübertragung zu sein.

Auf den nachfolgenden Seiten wird nur auf die Einreisebedingungen von Hunden, Katzen und Frettchen eingegangen, und nicht auf weitere Heimtiere wie Wirbellose, z.B. Spinnen, Insekten (ausgenommen Bienen, Hummeln, Weich- und Krebstiere), tropische Zierfische, Amphibien, Reptilien, Vögel (ausgenommen Geflügel wie z.B. Hühner, Enten, Gänse) sowie Nager und Hauskaninchen.

Einreisebedingungen

Grundsätzlich gilt: Welpen dürfen weder nach Deutschland eingeführt noch durch Deutschland im Transit durchgeführt werden.
Unter den Begriff „Welpen“ fallen Hunde, Katzen und Frettchen, die jünger als 12 Wochen alt sind und nicht über einen wirksamen Impfschutz gegen das Tollwutvirus verfügen. Für Heimvögel gelten besondere Regelungen.

Die weiteren Bestimmungen richten sich unter anderem danach, aus welchem Land das Heimtier eingeführt werden soll:

Bedingungen für das begleitete Reisen innerhalb der EU

Bedingungen für das begleitete Reisen aus gelisteten Drittländern

Für das Reisen mit Haustieren aus gelisteten Drittländern benötigen Sie:

  • Mikrochip
    • 15-stellig
    • vor der anzuerkennenden Tollwutimpfung gesetzt
    • Nachweis mittels Mikrochip-Zertifikat, Registrierung, Rechnung vom Tierarzt oder ähnliches
  • Tollwut-Schutzimpfung
    • frühestens im Alter von 12 Wochen
    • nach der Kennzeichnung
    • 21 Tage Wartezeit ab dem Termin der Erst-Impfung oder nach einer Impflücke, erst dann gültig
    • gültig zum Zeitpunkt der Reise
    • Nachweis mittels Impf-Zertifikat, Impfpass, Rechnung vom Tierarzt o.ä.
  • EU-Veterinärzertifikat
    • Veterinärbescheinigung für die Einfuhr in die EU (PDF)
    • zusammen mit einer Erklärung (Model of Declaration) vom Besitzer/Begleitperson, dass kein Besitzübergang erfolgen soll
    • von einem amtlichen Tierarzt/Amtstierarzt einer offiziellen (staatlichen!) Behörde im Herkunftsland mit Dienstsiegel und Unterschrift bestätigt
    • Gültigkeit: 10 Tage ab Ausstellungsdatum
    • Als ein Blatt formatiert, d.h. jedes einzelne Blatt muss mit der Zertifikatsnummer, Datum, Name, Unterschrift und Siegel des Amtstierarztes versehen sein, damit die Zusammengehörigkeit aller Blätter gewährleistet ist.
  • Liste der Gebiete und Drittländer (PDF)

Bedingungen für das begleitete Reisen aus NICHT gelisteten Drittländern

Für das Reisen mit Heimtieren aus allen anderen, nicht gelisteten Ländern benötigen Sie:

  • Mikrochip
    • 15-stellig
    • vor der anzuerkennenden Tollwutimpfung gesetzt
    • Ein Nachweis mittels Mikrochip-Zertifikat, Registrierung, Rechnung vom Tierarzt oder ähnliches ist mitzuführen
  • Tollwut-Schutzimpfung
    • frühestens im Alter von 12 Wochen
    • nach der Kennzeichnung
    • 21 Tage Wartezeit ab dem Termin der Erst-Impfung oder nach einer Impflücke, erst dann gültig
    • Muss zum Zeitpunkt der Reise gültig sein
    • Ein Nachweis mittels Impf-Zertifikat, Impfpass, Rechnung vom Tierarzt oder ähnliches ist mitzuführen
  • Tollwut-Antikörpertiterbestimmung
    • Blutabnahme frühestens 30 Tage nach der Tollwut-Schutzimpfung
    • Untersuchung der Blutprobe in einem EU-zugelassenen Labor
    • Grenzwert: 0,5 IU/ml Serum oder höher.
    • Liegt der Antikörpertiter unter 0,5 IU/ml Serum, muss entsprechend der genannten Bedingungen eine erneute Tollwutschutzimpfung und mindestens 30 Tage später eine erneute Tollwut-Antikörpertiterbestimmung erfolgen.
    • Wartezeit: 3 Monate ab dem Tag der Blutabnahme mit einem Ergebnis von mind. 0,5 IU/ml Serum. Ein Nachweis mittels Laborbericht ist mitzuführen.
  • EU-Veterinärzertifikat
    • Zusammen mit einer Erklärung (Model of Declaration) vom Besitzer/Begleitperson, dass kein Besitzübergang erfolgen soll
    • Von einem amtlichen Tierarzt/Amtstierarzt einer offiziellen (staatlichen!) Behörde im Herkunftsland mit Dienstsiegel und Unterschrift bestätigt
    • Gültigkeit: 10 Tage ab Ausstellungsdatum
    • Als EIN Blatt formatiert, d.h. jedes einzelne Blatt muss mit der Zertifikatsnummer, Datum, Name, Unterschrift und Siegel des Amtstierarztes versehen sein, damit die Zusammengehörigkeit aller Blätter gewährleistet ist.

Bedingungen für das begleitete Reisen mit Heimvögeln

Bei der Einfuhr von Heimvögeln aus Drittländern sind zwei Rechtsvorgaben zu berücksichtigen:

  • Das Artenschutzrecht (Zuständigkeit: Zoll)
  • Das Tierseuchen- und Tierschutzrecht (zuständig: Grenzveterinär am erstberührten Flughafen innerhalb der EU)

Der Artenschutz steht über dem Tierseuchen- und Tierschutzrecht. Es muss also zunächst abgeklärt werden, ob der Heimvogel aus artenschutzrechtlicher Sicht das Herkunftsland überhaupt verlassen darf. Gegebenenfalls benötigen Sie hierfür eine spezielle Genehmigung (Ausfuhr-CITES). Ist dies der Fall, müssen Sie sich im zweiten Schritt um eine artenschutzrechtliche Einfuhrgenehmigung bei der Naturschutzbehörde für Deutschland bemühen (Einfuhr-CITES).

Unter Eingabe des wissenschaftlichen Namens des Heimvogels können Sie in der Artenschutzdatenbank des Bundesamtes für Naturschutz nachschlagen, ob er unter das Artenschutzrecht fällt.

www.wisia.de

Da der Zoll für die Überwachung und Einhaltung der artenschutzrechtlichen Bestimmungen bei der Einfuhr zuständig ist, können Sie sich auch mit den hierfür zuständigen Kollegen am Flughafen München (Stelle für Verbote und Beschränkungen, VUB.hza-muenchen@zoll.bund.de, Tel.: 0049-89 / 975 90752) in Verbindung setzen.

Sind die artenschutzrechtlichen Aspekte abgeklärt, sind die Bestimmungen des Tierseuchen- und Tierschutzrechtes im zweiten Schritt einzuhalten. Für die Einfuhr von Heimvögeln gibt es klare Vorschriften. Ein formloses Zeugnis reicht nicht aus. Im Zuge des Geflügelpestgeschehens hat die EU auch für Heimvögel Schutzmaßnahmen erlassen, die zwingend einzuhalten sind.

 

Gründe für die strikten Regelungen

Tollwut

Bild Impfung

Hunde, Katzen und Frettchen sind besonders empfänglich für das Tollwutvirus und eine direkte Ansteckung des Menschen durch den engen Kontakt ist schnell gegeben.

Dies ist der Grund für die Etablierung und Kontrolle strikter, EU-einheitlicher Einreisebestimmungen für Hunde, Katzen und Frettchen, welche dazu dienen, die Einschleppung des auch für den Menschen tödlichen Tollwutvirus zu vermeiden.

Abhängig vom Herkunftsland sind die Auflagen für die Einreise der Heimtiere mehr oder weniger umfangreich. Dies richtet sich nach dem Tollwutstatus des Landes, also wie erfolgreich die Tollwut dort jeweils bekämpft wird oder auch nicht.

Man unterscheidet hierbei 3 Kategorien:

  1. EU-Mitgliedsstaaten und Länder, die der EU gleichgestellt sind (z.B. Norwegen, Schweiz)
    Das Tollwutrisiko in diesen Ländern ist relativ gering, da umfangreiche und erfolgreiche Bekämpfungsprogramme etabliert sind.
  2. gelistete Drittländer (z.B. USA, Australien, Neuseeland)
    Das Tollwutrisiko ist mit demjenigen der EU-Mitgliedstaaten vergleichbar.
    Liste der Drittländer (pdf)
  3. nicht gelistete Drittländer (z. B. Türkei, Indien, China, Brasilien)
    Hierunter fallen alle Länder, die NICHT unter Punkt 1 oder 2 zu finden sind. Tollwutbekämpfungsprogramme werden nicht oder nicht nach EU-Standard durchgeführt. Das Risiko der Tollwuteinschleppung wird als hoch angesehen, die Einreisebedingungen sind umfangreicher und die Vorbereitungen zeitintensiver.

Weiterführende Informationen

Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates -Verbringung von Heimtieren VO EU 576/2013
Durchführung der Kommission - Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen - VO EU 577/2013
USA - Pet Passport & Quarantine for Your Dog, Cat or Other Animal
Reisen und Sicherheit – Länderspezifische Informationen (Auswärtiges Amt)

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz - Reisen mit Heimtieren

Entscheidung der Kommission vom 22. Dezember 2006 hinsichtlich bestimmter Maßnahmen zum Schutz gegen die hoch pathogene Aviäre Influenza und zur Regelung der Verbringung von Heimvögeln, die von ihren Besitzern aus Drittländern mitgeführt werden ((2007/25/EG)

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